Darmgesundheit im Fokus: Die Bedeutung von Diversität und Dysbiose

Was bedeutet die Diversität im Darm und was bedeutet eine Dysbiose?
Unser Darm ist die Heimat von über 100 Billionen Mikroorganismen, die zusammen das sogenannte Mikrobiom bilden. Die Vielfalt der darin enthaltenen Bakterienarten – also die Diversität – spielt eine essenzielle Rolle für unsere Gesundheit. Ein Mikrobiom mit einer hohen Diversität besteht aus einer großen Bandbreite nützlicher Mikroorganismen, die harmonisch zusammenarbeiten, um wichtige Funktionen im Körper zu unterstützen.
Wenn dieses mikrobielle Gleichgewicht gestört ist, spricht man von einer Dysbiose. Dabei kommt es zu einer Verarmung der Bakterienvielfalt oder einer Überwucherung unerwünschter Keime. Dies kann durch unausgewogene Ernährung, Stress, Medikamente (z. B. Antibiotika) oder Umweltfaktoren begünstigt werden.
Welche Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat eine niedrige Diversität?
Ein vielfältiges Mikrobiom ist mit einer besseren Gesundheit, stabilen Immunfunktion und effektiven Verdauung verbunden. Eine niedrige Diversität hingegen kann langfristig negative Konsequenzen haben:
✅ Schwächere Immunabwehr: Das Mikrobiom trainiert unser Immunsystem. Weniger Vielfalt bedeutet, dass die Immunzellen schlechter zwischen guten und schlechten Keimen unterscheiden können.
✅ Erhöhte Entzündungsneigung: Ein Mangel an entzündungshemmenden Bakterien kann chronische Entzündungen im Körper fördern, die mit Erkrankungen wie Rheuma, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung stehen.
✅ Verdauungsprobleme: Eine geringe Diversität führt häufig zu Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder dem Reizdarmsyndrom.
✅ Höheres Risiko für Stoffwechselerkrankungen: Studien zeigen, dass eine geringe Mikrobiom-Diversität mit Fettleibigkeit und Insulinresistenz in Verbindung stehen kann.
✅ Beeinträchtigte Darmbarriere („Leaky Gut“): Eine gestörte Darmflora kann dazu führen, dass die Darmschleimhaut durchlässiger wird und Giftstoffe in den Blutkreislauf gelangen.
Welche Bakterien fördern die Diversität im Darm?
Ein gesundes Mikrobiom zeichnet sich durch eine hohe Vielfalt an nützlichen Bakterien aus. Bestimmte Bakteriengruppen spielen eine entscheidende Rolle, um die Diversität im Darm zu fördern:
🔹 Faecalibacterium prausnitzii – Produziert entzündungshemmende kurzkettige Fettsäuren (SCFAs) wie Butyrat, die die Darmschleimhaut stärken.
🔹 Akkermansia muciniphila – Fördert die Schleimproduktion und stärkt die Darmbarriere, was die Besiedlung nützlicher Bakterien begünstigt.
🔹 Bifidobakterien. – Unterstützt die Verdauung von Ballaststoffen und fördert die Produktion von kurzkettigen Fettsäuren.
🔹 Lactobacillen – Reguliert das Darmmilieu, schützt vor pathogenen Keimen und unterstützt das Immunsystem.
Diese Bakterienstämme können durch eine ballaststoffreiche Ernährung und gezielte Probiotika-Supplementierung unterstützt werden.
Welche Bedeutung hat eine Dysbiose für unsere Gesundheit?
Eine Dysbiose beschreibt eine Fehlbesiedlung des Darms, bei der sich ungünstige Mikroorganismen vermehren und wichtige Bakterien verdrängt werden. Die Folgen einer Dysbiose sind vielfältig:
🔹 Verdauungsstörungen: Eine Dysbiose kann zu chronischen Blähungen, Durchfall oder Verstopfung führen.
🔹 Erhöhte Infektanfälligkeit: Ein geschwächtes Mikrobiom kann Krankheitserreger nicht mehr effektiv abwehren.
🔹 Hautprobleme: Akne, Neurodermitis oder Ekzeme können durch ein unausgeglichenes Mikrobiom verstärkt werden.
🔹 Psychische Auswirkungen: Die Darm-Hirn-Achse verbindet unser Mikrobiom mit der Gehirnfunktion. Eine Dysbiose kann mit Depressionen, Ängsten oder Konzentrationsstörungen in Verbindung stehen.
🔹 Chronische Entzündungen: Eine gestörte Darmflora fördert entzündliche Prozesse im Körper, die wiederum zu Krankheiten wie Arthritis oder Diabetes beitragen können.
Wie können wir die Diversität erhöhen mit löslichen Ballaststoffen?
Lösliche Ballaststoffe sind die Nahrungsquelle für unsere guten Darmbakterien. Sie fördern das Wachstum nützlicher Keime und steigern die bakterielle Vielfalt.
Empfohlene lösliche Ballaststoffe zur Mikrobiom-Stärkung:
✅ Akazienfaser: Fördert das Wachstum von Bifidobakterien und verbessert die Darmbewegung.
✅ Resistente Stärke Typ 3: Unterstützt die Produktion von Butyrat, einer kurzkettigen Fettsäure, die die Darmschleimhaut stärkt.
✅ Modifiziertes Citruspektin: Hat präbiotische Eigenschaften und bindet unerwünschte Stoffwechselprodukte.
✅ Beta-Glucan: Stärkt das Immunsystem und reguliert Entzündungsprozesse.
✅ Konjak-Glucomannan: Fördert die Stuhlregulation und stabilisiert den Blutzuckerspiegel.
Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Obst und Gemüse sind essenziell für ein vielfältiges Mikrobiom. Eine tägliche Zufuhr von mindestens 30 g Ballaststoffen wird empfohlen.
Wie können wir mit guten Bakterien, wie zum Beispiel Effektiven Mikroorganismen, eine Dysbiose wieder ins Gleichgewicht bringen?
Neben einer ballaststoffreichen Ernährung spielen probiotische Mikroorganismen eine Schlüsselrolle bei der Wiederherstellung eines gesunden Darmgleichgewichts.
Effektive Mikroorganismen (EM) – Probiotika für ein starkes Mikrobiom
Effektive Mikroorganismen (EM) sind spezielle Mischungen aus probiotischen Bakterien, die helfen, eine Dysbiose auszugleichen. Dazu gehören:
✔ Laktobazillen & Bifidobakterien: Unterstützen die Schleimhautregeneration und verdrängen pathogene Keime. ✔ Milchsäurebakterien: Stabilisieren den pH-Wert im Darm und verbessern die Nährstoffaufnahme. ✔ Hefen: Fördern die Fermentation und unterstützen die Darmbarriere.
Die regelmäßige Einnahme probiotischer Präparate oder fermentierter Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Kefir und Joghurt kann helfen, die Darmflora nachhaltig zu stabilisieren.
Fazit: Ein gesundes Mikrobiom bedeutet eine hohe Diversität an Bakterien und ein ausgewogenes Gleichgewicht
Durch eine ballaststoffreiche Ernährung mit löslichen Ballaststoffen und den gezielten Einsatz von probiotischen Effektiven Mikroorganismen kann die Mikrobiom-Diversität verbessert und eine Dysbiose ausgeglichen werden. Ein gesunder Darm bedeutet eine starke Immunabwehr, bessere Verdauung und ein gesteigertes Wohlbefinden.